G.fast: Das Allheilmittel für die Breitbanderschließung?

Veröffentlicht am: 17. Februar 2014 Autor: Ralf Koenzen Veröffentlicht in Technologie, Trends 1 Kommentar

Technology planet. Vector illustration.Noch bevor das heißersehnte VDSL-Vectoring wirklich verfügbar ist, taucht schon die nächste Breitband-Weiterentwicklung am Horizont auf. Vielleicht haben Sie es ja auch schon gelesen: Mit G.fast sollen künftig bis zu 500 Mbit/s über bereits vorhandene Kupferkabel transportiert werden können – und das in beide Richtungen gleichzeitig!

Ist das – endlich – die Lösung für die immer noch großen Breitbanderschließungsprobleme in Deutschland? Leider nein, denn ähnlich wie beim VDSL-Vectoring werden diese hohen Bandbreiten auch bei G.fast nur über bestenfalls einige hundert Meter erreichbar sein. Am Glasfaserausbau bis zum nächsten Verteiler am Straßenrand führt daher auch bei Verwendung von G.fast kein Weg vorbei.

Trotzdem halte ich diese Kombination – Glasfaser bis zum Bordstein (FTTC: Fiber to the Curb) und Verwendung der vorhandenen Kupferleitungen auf den letzten Metern bis in die Büros und Wohnungen – zumindest in Deutschland für ideal. Der überwiegende Teil des Aufwandes und der Kosten beim Breitbandausbau entsteht nun mal auf den letzten Metern der Erschließung, wenn es darum geht, die einzelnen Haushalte und Gebäude mit schnellerem Internet zu versorgen.

Feldversuche mit G.fast sollen bereits 2015 beginnen, doch bis dahin sind noch einige kritische Themen zu lösen. Anders als das bekannte VDSL-Vectoring soll G.fast Übertragungsfrequenzen von bis zu 200 MHz verwenden. Also Frequenzbereiche, die heute auch zum Beispiel vom UKW-Radio oder Flugfunk genutzt werden. Da die meisten Kupferleitungen nicht abgeschirmt sind und dadurch wie Antennen wirken, scheint hier doch noch einiges an Forschungs- und Abstimmungsarbeit zu leisten zu sein. Eine ordentliche Portion Skepsis ist also angesagt.

Ich für meinen Teil wäre aber auch schon froh, wenn ich die versprochenen 100 Mbit/s des VDSL-Vectoring nutzen könnte. Privat “hänge” ich am Standrand von Aachen immer noch bei 12 Mbit/s, was zugegeben nicht glücklich macht. Und in einigen anderen Innenstädten kenne ich noch viele Leitungen, die bei 3-6 Mbit/s “Schluss” machen. Es gibt also noch viel zu tun!

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  1. Das ist das eigentliche Problem: in vielen Bereichen Berlins, selbst in der Innenstadt, sind oftmals nur 6-7 MBit schon schnell! Das ganze Datenautobahngerede erinnert mich an die Bücher von Jule Verne, Science Fiction!

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